KulturSo

„Der Tod und das Mädchen“ von Ariel Dorfman,

In einem fiktiven lateinamerikanischen Land erwartet Paulina spätabends in ihrem gemeinsamen Haus am Meer die Rückkehr ihres Mannes aus der Hauptstadt. Der Anwalt Gerardo Escobar ist soeben vom neuen demokratisch gewählten Staatspräsidenten zum Vorsitzenden eines Untersuchungs-Ausschusses zur Aufdeckung der ungeklärten Morde an zahllosen politischen Häftlingen unter der Herrschaft der überwundenen Diktatur ernannt worden. Als er auf der Rückfahrt zu seinem Hause am Strand aufgrund einer Reifenpanne mit seinem Wagen in einer einsamen Gegend liegen bleibt, erbarmt sich ein hilfreicher, freundlicher Herr seiner und fährt ihn in seinem Auto nach Hause. Die beiden Männer unterhalten sich angeregt, freunden sich an, und Gerardo lädt seinen „Samariter“ ein, bei ihnen zu übernachten.

Paulina ist durch die Ankunft des Fremden wie elektrisiert. Vom Schlafzimmer aus erkennt sie deutlich die charakteristische Stimme ihres sadistischen Peinigers aus den Zeiten der Diktatur wieder, in denen sie als Mitglied einer studentischen Widerstandsgruppe entführt, monatelang eingekerkert und mit verbundenen Augen gefoltert und vergewaltigt wurde. Sie schleicht von Gerardo unbemerkt ins Gästezimmer, schlägt den Unbekannten brutal nieder, fesselt ihn an einen Stuhl und bedroht ihn mit der Pistole; sie will ihm den Prozess machen. Der mittlerweile erwachte Ehemann betrachtet ungläubig die gespenstische Szene; sobald er aber versucht, seinen malträtierten Gast aus den Händen seiner rachedurstigen Frau zu befreien, stößt er bei Paulina auf  heftigste Gegenwehr. Ein langer zäher Kampf der drei Protagonisten mit ungewissem Ausgang beginnt...

Das Schauspiel-Ensemble der Universität zu Köln (“Die Troerinnen”) unter Leitung von Andreas Herzau Paulina: Jessica Sakac, Gerardo: Sven Wenders, Roberto: Andreas Herzau 

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Demnächst... Herbst 2006