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Die Troerinnen

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Lust auf Klassiker verschafft...

Stimmgewaltig tönte es am Dienstagabend durch den Turm, als der Schauspieler Andreas Herzau Balladen, Gedichte und Dramen klassischer Dichter und zeitgenössische fantastische Prosa rezitierte.

Die erste Hälfte des Abends war geprägt von Auszügen aus dramatischer Literatur: Die Erzengel aus Goethes Faust, der blinde König von Ludwig Uhland oder die Kraniche des Ibykus von Schiller standen auf der Agenda.

Ausdrucksstark nutzte Herzau seine Stimme, um vor den Augen des Publikums die Szenen bildhaft entstehen zu lassen. Mal sanft und zart, mal gewaltig oder hektisch, je nachdem wie die Situation es verlangte. Nicht nur mit Heinrich Heines Belsazar zog der Schauspieler die Zuschauer in seinen Bann, auch Caesars Rede an Metellus Cimber in William Shakespeares Drama wurde meisterhaft interpretiert.

Der zweite Teil der literarischen Reise bestand aus der fantastischen Erzählung "Frankenstein in Sussex" des zeitgenössisches Dichters H.C. Artmann und führte in schaurig-absurde Abgründe. Das zarte Mädchen Alice spaziert auf den Wiesen von Sussex und fällt dabei in einen tiefen Schornstein, der sie direkt in das unterirdische Reich von Frankensteins Monster führt.

Skurril und dramatisch gestaltet sich ihr Weg durch das riesige Haus unter der Erde, bis sie natürlich von einem schönen Jüngling gerettet wird. Herzau verstand es auch bei diesem Text, die Zuschauer in das Reich der Fantasie zu entführen. Den Zuschauern wurde ein abwechslungsreicher und spannender Abend geboten, der Lust machte, selbst wieder einmal zu den Klassikern zu greifen.

Der selbstsüchtige Riese I   

Der selbstsüchtige Riese II